LebensmittelsicherheitLandwirtschaft
19.12.2016

Jeder Einkauf entscheidet über die Landwirtschaft in Tirol!

Der Appell: Mit dem Griff zum heimischen Produkt können Konsumenten sehr viel bewegen! Der Kauf von Billigprodukt schwächt die heimische Landwirtschaft und fördert Massentierhaltung im Ausland.


An den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen ist neben zahlreichen Bräuchen und Symbolen vor allem die Zusammenkunft der Familie zentral. Und was wäre so ein Wiedersehen ohne ein Festtagsessen? Doch woher die Produkte kommen, die wir unseren Liebsten servieren, sollte bei den Konsumenten eine entscheidende Frage sein. "Im direkten Gespräch oder vor laufenden Kameras und angeschalteten Mikrofonen kaufen alle Bio, regional und heimisch. Doch der Schein trügt. Glaubt man den Verkaufszahlen heimischer Produzenten und Handelsketten wird schnell ersichtlich, dass im Stündlein der Wahrheit - also bei der Kaufentscheidung vor dem Supermarktregal- leider viel zu oft nach wie vor zum Billigstprodukt gegriffen wird", zeigt Bauernbunddirektor Dr. Peter Raggl auf.

Just do it - heimisch kaufen tut uns allen gut

"Jeder Einkauf entscheidet über die Landwirtschaft in unserem Land", ist sich LAbg. Kathrin Kaltenhauser sicher. "Leider unterschätzen viele Konsumenten diesen direkten Zusammenhang. Wer nämlich zum ausländischen Billigprodukt greift, gibt an der Kassa automatisch das Recht ab, sich über Massentierhaltung, Tierleid im Ausland und das Bauernsterben im eigenen Land aufzuregen", legt die junge Abgeordnete und selbst Bäuerin im Zillertal nach. "Wir produzieren in Tirol auf einem weltweit höchstem Niveau was Qualität, Tierwohl und Gesundheit angeht und das müssen wir den Menschen in unserem Land immer und immer wieder erklären", so Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler, der als Obmann der Agrarmarketing Tirol in den letzten Jahren sehr viele wertvolle Akzente zur besseren Vermarktung heimischer Produkte am Tiroler Markt gesetzt hat. "Wir werden in naher Zukunft Angebot und Nachfrage noch besser aufeinander abstimmen, um unseren Konsumenten schmackhafte Produkte in angemessener und gewünschter Form und Menge zum Verkauf anbieten zu können", erklärt Geisler.

Konsumenten können viel bewegen!

Erst kürzlich veröffentlichte die Österreichische Hagelversicherung eine neue Studie der Johannes Kepler Universität Linz. Die Ergebnisse zeigen: Heimische Lebensmittel sind eine enorme Chance für Umwelt, Klima und den österreichischen Arbeitsmarkt. Die konkreten Zahlen zeigen die Folge, wenn die Importe von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten um zehn Prozent reduziert und durch inländische Produkte ersetzt werden. Dann erhöht sich das BIP um 1,8 Milliarden Euro (Gesamt-BIP AT 340 Mrd. Euro) dadurch werden 21.187 Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise neu geschaffen (Gesamt-Arbeitsplätze AT 4,15 Mio.). "Auf Tirol heruntergebrochen könnten durch den Griff zum heimischen Produkt über 2000 Arbeitsplätze gesichert werden. Das wäre ein Gewinn für alle: für die Landwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft und vor allem für die Menschen im ländlichen Raum", so Geisler abschließend.